NaturFreunde und Wald-Verein auf Kulturfahrt

Erlebnis Klosterstadt Waldsassen, Rosenkranzstationen und Wallfahrtskirche Kappl

Es ist schon zur Tradition geworden, dass beide Wander-Vereine, die insgesamt rund 475 Mitglieder zählen, einmal jährlich Kultur erfahren.
Die Verantwortung übernahm dieses Jahr der Wanderwart der NaturFreunde, Günther Schuster. Das Ziel 2019 war das Stiftland mit der eindrucksvollen Klosterstadt Waldsassen und der 3,5 Kilometer lange Rosenkranzweg der Waldsassen mit Kappl verbindet. Nach rund zwei Stunden Fahrzeit über Weiden erreichte die Gruppe Waldsassen.
Gruppenfoto der Teilnehmer unserer Kulturfahrt nach Waldsassen
 
Hier erwartete uns ein kompetender und sehr menschlicher Stadtführer. Durch seine Art uns "seine Stadt" näher zu bringen, gewann er sehr bald die Symathien der mitgereisten Mitglieder und Freunde beider Further Wandervereine. Waldsassen hat heute rund 7 000 Einwohner und liegt nahe an der Grenze zur CZ. Nach Eger/Cheb sind es nur 6 Kilometer. Der starke Durchgangsverkehr ist störend, aber man schaffte es vor zwei Jahren zumindest die LKW's aus der Stadt zu verbannen. Auch hier gibt es zunehmend Leerstände; gut ausgebildete Menschen finden nicht immer Arbeit bzw. Geschäfte wandern an den Stadtrand - so die Realität. Eintrittsfrei bekamen wir einen eindrucksvollen Überblick vom Stiftlandmuseum. Die Ausstellung zeigt interessante Gegenstände sakraler und weltlicher Lebensweisen über mehrere Jahrhunderte in der Region. Von großem Interesse ist auch eine Feuerwehrausstellung über Löschgeräte und -Methoden vor 120 Jahren. Im Zentrum weist die Stadt eine Fußgängerzone und große Plätze aus. Die barocke und mit 80 Meter Länge, imposante Klosterkirche ist das Aushängeschild von Waldsassen. Eine Besonderheit sind zwölf Leiber (Reliquien Heiliger) - wohl einmalig nördlich der Alpen. Aus Italien, Böhmen und Deutschland waren die Baumeister, u. a. die Gebrüder Dientzenhofer, die in nur 15 Jahren (1689 - 1704) in handwerklicher Meisterleistung das großartige Bauwerk realisierten. Im Jahre 1969 erhob Papst Paul der VI das Gotteshaus zur Basilika.
Imposante Basilika: Deckenfresko und barokes Innenleben beeindrucken
 
Lebendig ist weiterhin die Zisterzienserinnen-Abtei. Sie leiten u. a. die Realschule und verantworten ein weiteres Juwel: Die Bibliothek mit heute noch 2 000 Büchern. Nach der Mittagseinkehr erlebte die Gruppe mit den 15 Rosenkranzstationen - sie verbinden Waldsassen mit der Dreifaltigkeitskirche Kappl - eine einmalige Besonderheit in Europa. Hier werden die drei Rosenkränze - der freudenreiche, schmerzhafte und glorreiche Rosenkranz in Bild und Wort auf drei Meter hohen Säulen dargestellt. Dort wo der Wanderweg durch Flur und Wald steiler ansteigt, stehen die fünf Stationen des schmerzhaften Rosenkranzes.
Rosenkranzstationen weisen den Weg von Waldsassen nach Kappl (Kirche im Hintergrund)
 
Zum Abschluß wurde uns noch die Wallfahrtskirche mit ihrer Deckenmalerei anschaulich erklärt. Seit de 11. Jahrjundert pilgern gläubige Menschen zu diesem Ort. Die Kirche mit ihren drei Haupt türmen erhielt auch in der Zeit des Baus der Klosterkirche, von 1685 - 1689, ihr heutiges Aussehen.
Erklärungen in der Waldfahrtskirche von Kappl für die Teilnehmer
 
Nach der Kaffeeeinkehr im nahen Kappl-Gasthaus brachte Josef Wess die Teilnehmer mit starken Eindrücken nach Furth im Wald zurück. Hans Schlosser (Wald-Verein) bedankte sich bei Günther und Hannelore Schuster und versprach  für Juli 2020 wieder eine gemeinsame Kulturfahrt.