Wandererlebnis Hiener begeistert Wald-Verein

Erfahrener Wanderführer K. Reitmeier zeigt "Bergwelt vor der Haustür" 

Ein warmer Herbst-Sonntag ließ die Teilnehmer nach Ried bei Gleißenberg, zum Treffpunkt aufbrechen. Die Sektion Furth im Wald hatte den Kenner  unserer Heimat, Karl Reitmeier, als Wanderführer gewinnen können. Ab Beginn spazierten die naturbegeisterten Teilnehmer durch traumhaft gefärbten Herbstwald. Schwammerlsucher hatten Glück: Auf einer Lichtung standen rund 50 Birkenpilze, auf dem weiteren Weg u. a. Steinpilze. Wir erfuhren von abgelegenen Einöden wo der Postbote  noch heute die Post an ihm leichter zugänglicher Stelle ablegen darf. Werner Weigand, ein in Ried wohnhafter Kenner, erzählte von der Urbarmachung neuer Flächen für Äcker und Wiesen. Als im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert immer mehr Menschen geboren wurden, Ärzte und Medizin das Kindersterben reduzierten, war zunehmend mehr Nahrung erforderlich. Von der Hansen-Kapelle, auch Eschlmais genannt, geht der weite Blick über Wiesen und Felder - wo früher Wald war - in Richtung Geigant, Schönthal und Rötz. 

Dann tauchten wir wieder in den Wald Richtung Roßhof ein. Unser Ziel: Der Arberblick. Fast andächtig hörten wir Weigand zu: Für ihn ist dieser Platz das Alpha und Omega, hier zeigt sich eine Bergwelt über Osser, Zwercheck, Arber, dem vorgelagerten Hohen Bogen u. v. m. Hier sieht das Auge vom Anfang bis zum Ende nur beste Erfüllung.

Der nächste Höhepunkt der Wanderung war dann der Kathlfelsen. Wie auch immer das Schicksal gewesen sein mag, es geschah einer hiesigen Katharina; sie gab diesem Aussichtspunkt Richtung Waldmünchen und Cerchov den Namen. Der Weg zurück führte auch vorbei am Klettergebiet Kathlstein. Reitmeier zeigte uns in dessen Nähe die in Stein gemeißelte Zahl 1921. Wir waren auf einem Pfad, der damals als Beschäftigungsprogramm für Waldarbeiter geschaffen wurde. Benutzt wurden solche"Jägersteige" u. a. als Kirchwege, von Postboten oder zur Pirsch. Nach 3.5 Stunden kam die Gruppe mit neuer Erfahrung dankbar am Ausgangspunkt an. Hans Schlosser, Wanderwart Wald-Verein Sektion Furth im Wald, dankte Karl Reitmeier für die faszinierend gewählte Wegführung im Namen aller Teilnehmer. Und den Heimatkenner Werner Weigand für sein vermitteltes Wissen aus einer längst vergangenen Zeit. Besondere Momente stellen Zeitgefühle hinten an - die Einkehr im Gasthof Waldesruh verzögerte sich - was dem Miteinander keinen Abbruch gab.